Ein neuer Ansatz für Content-Management-Systeme (CMS)

Enzo Volkmann

von Enzo Volkmann am 27.12.2018

3 Minuten Lesezeit

Viele Webseiten-Betreiber möchten in ihren Internet-Auftritten nicht nur statische Inhalte wie Unternehmensinformationen oder eine Team-Vorstellung platzieren, sondern haben schon lange auch den Anspruch, eigene aktuelle Inhalte - wie etwa diesen Blog-Post - zu erstellen und schnell und einfach zu verwalten. Häufig besteht sogar zu Projektbeginn der Wunsch, sämtliche Inhalte sowie die Seitenstruktur jederzeit ohne Programmierkenntnisse bearbeiten zu können.

Die Lösung für diese Anforderung sind Content-Management-Systeme (kurz CMS), die es von verschiedenen Anbietern und für verschiedene Zielgruppen (Privatpersonen über kleinere Unternehmen bis hin zu Großkonzernen) auch schon lange am Markt gibt. Beispiele für Vertreter klassischer CMS sind Wordpress oder Typo3.

Laut eigenen Angaben läuft fast ein Drittel aller Webseiten auf Wordpress-Basis.* Laut den Daten des Analyse-Tools Wappalyzer ist Wordpress mit 78% vor Joomla mit 7% das meistbenutzte CMS-System.** Diese Zahlen sind beeindruckend und sprechen für eine hohe Akzeptanz der hinter diesen klassischen CMS liegenden Konzepten.

Wer sich aufmerksam durch das Internet bewegt, wird bei vielen Websites eine starke Ähnlichkeit und den gleichen Aufbau bestimmter Elemente (z.B. Navigationsleiste oder Bildergalerien) feststellen. Dies ist häufig dem flächendeckenden Einsatz der klassischen CMS zuzuschreiben, bei denen das visuelle Design meist durch vorgefertigte Themes festgelegt wird.

Der ursprüngliche Vorteil, dass alle Inhalte und die Struktur jederzeit (ohne Programmierung) bearbeitbar sind, stellt sich nun als starkes Hemmnis für individuelle Designs und Features dar. Aus unseren Erfahrungen wissen wir, dass Seitenbetreiber die Möglichkeit zur eigenständigen Bearbeitung häufig nur sehr selten oder gar nicht nutzen. Oft hätte es gereicht, lediglich redaktionell inhaltliche Änderungen vorzunehmen (z.B. einen neuen Blog-Artikel schreiben), ohne den Zugriff auf jedes Detail der Website zu haben.

Genau hier kommen sogenannte Headless-CMS ins Spiel, die genau dafür entwickelt wurden, dem Administrator/Redakteur eine einfache Möglichkeit zu geben, bestimmte Inhalte zu erstellen und zu verwalten.

Was sind Headless-CMS?

Headless-CMS bieten im Gegensatz zu klassischen Ansätzen keine fertige Webseiten-Oberfläche zur Anzeige an, sondern stellen lediglich die eingegebenen Daten in „technischer Weise“ zur Verfügung. Sie entkoppeln also die beiden Komponenten Inhalte und Darstellung voneinander und bietet dadurch mehr Flexibilität beim gleichzeitigen Abbau von Abhängigkeiten.

Folgendes Beispiel zeigt den Unterschied zwischen dem, wie ein Nutzer einen Text sehen soll und wie ihn ein Headless-CMS ausgeben würde:

Heute ist ein schöner Tag!

Der formatierte Text, wie er vom Headless-CMS ausgeliefert wird

Es liegt somit ganz beim Frontend einer Webseite, die bereitgestellten Daten visuell dem Nutzer zu präsentieren. Und genau hier liegt der größte Vorteil. Beim Entwurf und der Realisierung einer Webseite sind wir nun nicht mehr von den Gegebenheiten des jeweiligen CMS (beispielsweise Wordpress-Themes) abhängig, sondern können uns frei entfalten und unseren sowie den Vorstellungen unserer Kunden am besten gerecht werden.

Wie setzen wir den neuen Ansatz um?

Unser Anspruch ist es, keine 0815-Webseiten zu erstellen, sondern immer das optimale Ergebnis in Hinblick auf die Besonderheiten unserer Kunden sowie die speziellen Anforderungen eines jeden Projektes zu erzielen.

Wir setzen daher auf das CMS Prismic, welches wir bereits in mehreren Projekten, auch zur Zufriedenheit unserer Kunden, integriert haben. Auch dieser Blog sowie die Vorstellung unserer Lieblings-Projekte werden inhaltlich mit dem System verwaltet und dann von unserer Webseite zur Anzeige gebracht.

Mit Prismic ist es möglich, die auf der Seite benötigten dynamischen Objekte völlig frei zu modellieren. So lassen sich neben klassischen Blogs auch andere Daten wie etwa Öffnungszeiten, Speisekarten und ähnliches realisieren und können dann frei durch den Betreiber der Seite verwaltet werden.

Neben der optischen Darstellung achten wir auch hier besonders auf die nicht-sichtbaren Bereiche einer Seite, indem wir die dynamischen Inhalte aus dem CMS mit Metadaten aufbereiten, die besonders für Suchmaschinen sowie die Bots sozialer Netzwerke relevant sind.

Bearbeitung dieses Blog-Artikels in Prismic

Weitere Anwendungsfälle

Wir spüren den Bedarf von CMS nicht nur bei der Entwicklung öffentlicher Webseiten mit unseren Kunden, sondern kennen diese Anforderung auch bei - teils internen - Unternehmens-Anwendungen. Hier möchten Administratoren/Redakteure häufig inhaltliche Anpassungen (z.B. Hinweise zu einer neuen Software-Version) vornehmen oder beispielsweise Übersetzungen pflegen.

Heute neu entwickelte Anwendungen werden fast ausschließlich mit Web-Technologie realisiert und nutzen bereits viele technische Schnittstellen zum Anzeigen und Verändern von Daten. Die Integration einer weiteren Schnittstelle eines Headless-CMS, die technisch auf die gleiche Weise kommuniziert, ist dann ein leichtes und stellt für Entwickler und Administratoren eine sehr attraktive Lösung dar.

Quellen:

*: https://en.wordpress.com/about (Abruf 25.12.2018 um 21:50 Uhr)

**: https://www.wappalyzer.com/categories/cms (Abruf 25.12.2018 um 21:50 Uhr)


Enzo Volkmann
Enzo Volkmann

Backend Hacker

Veröffentlicht am 27.12.2018 um 08:40 Uhr