Was kann die neue Search Console von Google?

Christoph Müller

von Christoph Müller am 16.09.2018

4 Minuten Lesezeit

Bei der Search Console handelt es sich um einen von Google bereitgestellten Service für die Analyse und Überwachung der eigenen Webseite im Kontext von Suchanfragen. Mit Hilfe der Google Search Console können beispielsweise technische Fehler identifiziert oder umfangreiche Analysen zu Suchanfragen und Indexabdeckung durchgeführt werden. Zu den wichtigsten Eigenschaften und Funktionen zählen:

  • Fehlerdiagnose im Code, Sitemap, interne Links, etc.
  • Abbildung strukturierter Daten (z.B. Google Cards)
  • Hinweise zu Fehlern und möglichen Optimierungen
  • Umfangreiche Daten zu Suchanfragen
  • Darstellung des Crawling-Verhaltens der Google Bots
  • Status der Indexierung
  • Anzeigen von Metadaten-Dateien für die Suchmaschinen (robots.txt, Sitemaps)
  • Auflistung aller Backlinks

Seit Anfang des Jahres steht neben der klassischen Version der Search Console eine neue Version im gewohnten Google Material Design für den Google-Nutzer zur Verfügung. Allerdings verfügt diese Version noch nicht über alle Funktionen, die aus der klassischen Version bekannt sind. Dafür hat Google stark an User Experience gearbeitet und sich zunächst auf essentielle Funktionen konzentriert. Ich möchte nachfolgend die überarbeite Version der Google Search Console im Detail vorstellen.

Google Search Console im neuen Design

Search Console einrichten

Die Einrichtung ist schnell erledigt und erfordert nur wenige Schritte: Starten Sie die Google Search Console und melden Sie sich mit Ihrem Google Account an. Nach dem erfolgreichen Login können Sie bereits Ihre Webseite als sogenanntes Property hinzufügen. Geben Sie dazu die vollständige URL an und bestätigen Sie die Eingabe über den Button "Property hinzufügen".

Google Search Console - Neues Property hinzufügen

Im nächsten Schritt müssen Sie die Inhaberschaft der Webseite bestätigen. Dazu bietet Google verschiede Methoden an. Sie können beispielsweise eine statische HTML-Datei auf Ihren Server ablegen, die anschließend von Google versucht wird zu erreichen. Alternativ können Sie die Webseite auch ohne weiteren Aufwand über die Methoden "Google Analytics" oder "Google Tag Manager" bestätigen, sofern Sie einen der beiden Services technisch integriert haben.

Sollten Sie die Inhaberschaft erfolgreich bestätigt haben müssen Sie sich gegebenenfalls noch etwas Gedulden, bis Sie die ersten Daten zu Ihrer Webseite einsehen können. Google verarbeitet nun Ihre Anfrage und sammelt über die nächsten Tage und Wochen Daten.

Google Search Console - Inhaberschaft bestätigen

Übersicht

Die Seite Übersicht bildet den Einstiegspunkt und liefert alle relevanten Informationen zusammengefasst auf einen Blick. Das Diagramm Leistung stellt auf einer Zeitachse die Anzahl der Klicks dar, die von Google direkt auf Ihre Webseite geführt haben. Die Sektion Abdeckung zeigt die Anzahl gültiger und indexierter Seiten an, Verbesserungen eine Liste von durchgeführten Optimierungen.

Google Search Console - Übersicht

Leistung

Der Bereich Leistung ist mit Abstand der wichtigste Bereich innerhalb der Google Search Console. Hier können Sie überprüfen, ob SEO Maßnahmen greifen und Ihre Webseite bei Google so gefunden wird, wie Sie es geplant haben. Dabei bietet Google vier Grunddatenpunkte an:

  • Anzahl Klicks (Anzahl der Klicks, die von Google auf Ihre Webseite geführt haben)
  • Anzahl Impressionen (Anzahl der Darstellungen innerhalb der Google Suchergebnisse)
  • CTR (Prozentsatz der Impressionen, die zu einem Klick geführt haben)
  • Durchschnittliche Position (Durchschnittliche Position innerhalb der Suchergebnisse)

Das obere Diagramm visualisiert die Entwicklung der Datenpunkte auf einer Zeitachse, während die untere Tabelle die einzelnen Daten einer bestimmen Suchanfrage, einer Seite, einem Land oder einem Gerätetyp zuordnet. Sie können bei beiden Komponenten Daten beliebig ein- und ausblenden, Filter definieren oder Spalten sortieren.

Der Bereich Leistung liefert damit ein mächtiges Werkzeug, auf dessen Basis Sie zukünftige Verbesserung und Optimierungen Ihrer Webseite und dessen Inhalt durchführen können.

Google Search Console - Leistung

Abdeckung

Der Bereich Abdeckung macht den Indexierungstatus bis auf Seitenebene für den Betreiber transparent. Hier erfahren Sie, welche Seiten konkret im Google Index aufgenommen wurden, und welche nicht. Dabei kann eine Seite zu einer der vier Statustypen zugeordnet werden:

  • Fehler (nicht indexiert - Seite konnte aufgrund eines Fehlers nicht indexiert werden)
  • Gültige Seiten mit Warnungen (indexiert - aber es gibt Probleme)
  • Gültig (indexiert - die Inhalte der Seite können problemlos gecrawlt werden)
  • Ausgeschlossen (nicht indexiert - absichtlich ausgeschlosse Seite)

Eine Tabelle stellt detaillierte Informationen zur Verfügung, beispielsweise wenn Probleme bei der Indexierung einer Seite vorliegen.

Google Search Console - Abdeckung

Sitemaps

Der Bereich Sitemaps bietet Nutzern einen Ort für die Verwaltung von Sitemaps. Sitemaps können als eine Art Landkarte einer Webseite erklärt werden und helfen Suchmaschinen schnell die gesamte Struktur zu verstehen. Zwar sind Sitemaps seit Jahren ein von SEO Experten umstrittenes Thema, dennoch scheinen sie auch im Jahr 2018 von zentraler Relevanz zu sein. Google bietet innerhalb der Search Console die Möglichkeit neue Sitemaps hinzuzufügen und bestehende zu verwalten. Sie sollten dieses Angebot unbedingt für Ihre Projekte in Anspruch nehmen.

Google Search Console - Sitemaps

Die neue Search Console wirkt deutlich aufgeräumter und strukturierter als die Vorgängerversion. Viele Bereiche sind selbsterklärend und erlauben den Fokus auf das wirklich wichtige: die Analyse und Auswertung. Wir dürfen gespannt sein, welche Funktionen und Werkzeuge in den nächsten Monaten noch folgen werden. Sollten Ihnen in der aktuellen Version noch Funktionen fehlen, steht auch weiterhin die "alte" Version parallel zur Verfügung.


Christoph Müller
Christoph Müller

Frontend Ninja

Veröffentlicht am 16.09.2018 um 20:00 Uhr