|6 Minuten Lesezeit|9. September 2026
Die ersten Sekunden auf einer Website entscheiden darüber, ob Besucher bleiben oder direkt weiterklicken. Genau hier kommt die Hero Section ins Spiel. Wird dieser Bereich bewusst gestaltet, kann er weit mehr als nur gut aussehen. Er gibt Orientierung, schafft Vertrauen und führt gezielt zum nächsten Schritt. Doch worauf kommt es bei einem guten Hero Section Design wirklich an? Diese sieben Best Practices zeigen dir, wie du das volle Potenzial dieses wichtigen Bereichs ausschöpfst.

Die Hero Section, auch Heldenbereich genannt, ist der prominenteste Bereich einer Website und befindet sich meist ganz oben auf der Startseite. Sie ist das Erste, was Besucher sehen, und damit die ideale Stelle, um in wenigen Sekunden zu zeigen, worum es geht und was das Angebot interessant macht. Typischerweise kombiniert sie eine prägnante Headline mit einem kurzen Text und/ oder einer kurzen Subheadline, einer Call-to-Action und einem passenden visuellen Element wie einem Bild, einer Grafik oder einem Video. Dabei geht es nicht darum, möglichst viele Informationen unterzubringen. Vielmehr sollte die Hero Section neugierig machen und Besucher dazu bewegen, sich näher mit der Seite zu beschäftigen. Damit das gelingt, kommt es auf das richtige Zusammenspiel verschiedener Elemente an. Die wichtigsten davon schauen wir uns in den folgenden sieben Best Practices genauer an.
Die Headline ist meistens das erste Textelement, das innerhalb der Hero Section wahrgenommen wird. Sie sollte deshalb möglichst schnell vermitteln, worum es geht. Besucher sollten auf Anhieb erkennen, welches Angebot sie erwartet, welches Problem gelöst wird oder welchen konkreten Mehrwert sie bekommen. Gerade weil für den ersten Eindruck nur wenig Zeit bleibt, sollte die Aussage präzise und leicht verständlich sein.
Allgemeine Formulierungen wie „Wir machen dein Leben einfacher“ lassen beispielsweise viel Interpretationsspielraum. Eine konkretere Aussage wie „Alles, was du für dein nächstes Projekt brauchst“ vermittelt dagegen schneller, was den Besucher erwartet. Dabei muss eine gute Headline keineswegs langweilig sein. Sie darf Persönlichkeit zeigen, solange die eigentliche Botschaft nicht verloren geht. Entscheidend ist, dass Besucher nicht erst überlegen müssen, was hinter der Aussage steckt.
Die Headline soll Interesse wecken und die zentrale Botschaft vermitteln. Für alle relevanten Informationen reicht der wenige Platz allerdings meist nicht aus. Genau hier kommt die Subheadline ins Spiel. Sie ergänzt die Headline um wichtige Details und gibt Besuchern einen besseren Eindruck davon, was sie konkret erwartet oder wer was anbietet.
Dabei sollte sie nicht einfach wiederholen, was bereits in der Überschrift steht. Viel sinnvoller ist es, die Aussage zu konkretisieren und offene Fragen zu beantworten. Was oder wer steckt dahinter? Für wen ist es gedacht? Welchen Vorteil bietet es? Auch bei der Länge lohnt sich Zurückhaltung. Eine Subheadline ist kein Platz für eine ausführliche Produktbeschreibung. Sie sollte sich schnell erfassen lassen und gemeinsam mit der Headline ein stimmiges Gesamtbild ergeben. Während die Überschrift Aufmerksamkeit erzeugt, liefert der ergänzende Text den nötigen Kontext.
Eine Hero Section soll nicht nur informieren, sondern Besucher auch dazu bringen, etwas zu tun. Genau dafür ist die Call-to-Action da. Diese gibt eine klare Orientierung und macht aus einem interessierten Besucher im besten Fall einen aktiven Nutzer. Wichtig ist dabei vor allem, dass sofort erkennbar wird, was nach dem Klick passiert.
Formulierungen wie zum Beispiel „Mehr erfahren“, „Jetzt entdecken“ oder „Kostenlos starten“ funktionieren je nach Ziel gut, weil sie eine konkrete Handlung nahelegen. Der Button sollte außerdem visuell auffallen, ohne sich gegen die restlichen Inhalte aufzudrängen. Mehrere gleich stark hervorgehobene Buttons können hingegen schnell für Unentschlossenheit sorgen. Gibt es verschiedene Möglichkeiten, sollte deshalb klar erkennbar sein, welche Handlung im Mittelpunkt steht.
Ein starkes Bild, eine Illustration oder ein kurzes Video kann die Aussage einer Hero Section auf einen Blick vermitteln. Visuals schaffen Atmosphäre, lenken die Aufmerksamkeit und helfen dabei, ein Angebot schneller zu verstehen. Das gewählte Visual sollte einen erkennbaren Bezug zur Botschaft oder zur Marke haben und den Inhalt sinnvoll ergänzen.
Ein Produkt kann beispielsweise direkt in seiner Anwendung gezeigt werden, während eine Illustration einen komplexen Zusammenhang verständlicher macht. Rein dekorative Bilder nehmen dagegen wertvollen Platz ein, ohne einen echten Mehrwert zu bieten. Auch die technische Umsetzung spielt eine Rolle. Große Bilddateien oder aufwendige Videos können die Ladezeit verlängern und damit den positiven Eindruck wieder zunichtemachen. Das Motiv sollte deshalb nicht nur optisch passen, sondern auch für das Web optimiert sein.
Ein gutes Hero Section Design muss nicht zwingend minimalistisch oder unbedingt großzügig gestaltet sein. Entscheidend ist, dass Besucher auf Anhieb erkennen, was ihre Aufmerksamkeit verdient. Headline, Subheadline, Call-to-Action und Visual sollten deshalb nicht miteinander um Aufmerksamkeit konkurrieren, sondern als zusammenhängende Gestaltung funktionieren.
Dabei helfen unterschiedliche Größen, Abstände, Kontraste und Positionierungen. Eine große Headline kann beispielsweise den Einstieg dominieren, während die CTA durch ihre Gestaltung hervorgehoben wird. Das Visual darf dabei durchaus viel Raum einnehmen, solange die wichtigsten Informationen weiterhin schnell erfassbar bleiben. Die Gestaltung sollte also nicht möglichst leer oder voll, sondern gezielt gewichtet sein. Jedes Element braucht seinen Platz und sollte eine erkennbare Funktion erfüllen.
Eine Hero Section, die auf einem großen Bildschirm funktioniert, muss nicht automatisch auch auf dem Smartphone überzeugen. Auf kleineren Displays verändern sich Platzverhältnisse, Proportionen und die Reihenfolge der Inhalte. Deshalb sollte die Gestaltung nicht erst nachträglich für mobile Geräte angepasst werden.
Besonders wichtig ist, dass die zentrale Botschaft auch auf kleinen Bildschirmen schnell erfassbar bleibt. Eine mehrzeilige Headline kann beispielsweise deutlich mehr Platz einnehmen als geplant, während ein großes Visual auf dem Smartphone schnell zu dominant wird, solange es nicht darauf abgestimmt angepasst wird. Auch die Call-to-Action sollte gut erreichbar sein und nicht zwischen anderen Elementen untergehen. Responsive Design bedeutet dabei nicht, die Desktop-Version einfach kleiner zu machen. Je nach Bildschirmgröße können sich Anordnung, Größenverhältnisse oder sogar die Reihenfolge einzelner Elemente verändern.
Eine aufwendig gestaltete Hero Section kann noch so überzeugend aussehen, wenn sie zu lange braucht, um vollständig zu laden. Gerade weil dieser Bereich ganz am Anfang der Seite steht, sollte er so schnell wie möglich sichtbar werden. Große Bilder, Videos, Animationen oder unnötige Skripte können die Ladezeit deutlich erhöhen und den ersten Eindruck beeinträchtigen.
Dabei muss man nicht grundsätzlich auf hochwertige Visuals oder Animationen verzichten. Entscheidend ist, sie gezielt einzusetzen und technisch sauber umzusetzen. Bilder und Videos lassen sich beispielsweise komprimieren und in geeigneten Formaten bereitstellen. Performance sollte deshalb bereits bei der Konzeption berücksichtigt werden und nicht erst dann, wenn die fertige Hero Section langsam lädt. So lässt sich eine ansprechende Gestaltung mit einer schnellen und angenehmen Nutzung verbinden.
Eine gute Hero Section entsteht nicht allein durch die richtigen Elemente. Ebenso wichtig ist es, typische Stolperfallen zu erkennen. Mit ein paar einfachen Tests lässt sich schnell feststellen, ob die Hero Section tatsächlich funktioniert.
Zu viele Informationen, Elemente oder Handlungsoptionen können dazu führen, dass die eigentliche Botschaft untergeht.
💡 Entferne testweise ein Element nach dem anderen. Verändert sich dadurch kaum etwas an der Aussage oder Orientierung, ist es wahrscheinlich nicht unbedingt notwendig.
Kreative Headlines wirken oft überzeugend, sagen aber wenig über das eigentliche Versprechen aus.
💡 Zeige einer Person die Hero Section für fünf Sekunden und frage anschließend, was angeboten wird. Ist die Antwort unklar, sollte die zentrale Botschaft noch einmal geschärft werden.
Hochwertige, aber generische Stockfotos vermitteln vor allem Stimmung, aber kaum konkrete Informationen.
💡 Frage dich, ob das Visual auch ohne den begleitenden Text etwas über das Angebot, die Marke oder den Nutzen vermittelt. Wenn nicht, lohnt es sich, nach einem aussagekräftigeren Motiv zu suchen.
Eine Hero Section kann auf dem Desktop gut funktionieren und auf dem Smartphone trotzdem unübersichtlich oder schwer bedienbar sein.
💡 Öffne die Seite auf einem Smartphone und prüfe zuerst nur einen Punkt: Sind Headline und Call-to-Action sichtbar, ohne dass du scrollen musst? Wenn nicht, sollte die Anordnung überarbeitet werden.
Animationen, Videos und visuelle Effekte können Aufmerksamkeit erzeugen, aber auch von der eigentlichen Botschaft ablenken.
💡 Stelle die Hero Section einmal ohne Animationen und Effekte dar. Wenn die Botschaft dadurch klarer wird, sollten die Effekte reduziert oder gezielter eingesetzt werden.
Große Bilder, Videos und aufwendige Animationen können die Hero Section ausbremsen und den ersten Eindruck beeinträchtigen.
💡 Teste die Seite einmal unter realistischen mobilen Bedingungen. Wenn die wichtigste Information erst sichtbar wird, nachdem die Seite bereits mehrere Sekunden lädt, sollte die Hero Section technisch optimiert werden.
Mit dieser kurzen Checkliste kannst du noch einmal deine Hero Section schnell überprüfen:
Je mehr dieser Fragen du mit „Ja“ beantworten kannst, desto besser sind die Voraussetzungen für eine Hero Section, die nicht nur gut aussieht, sondern auch ihre Aufgabe erfüllt.

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