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Anchor Text

Letzte Aktualisierung: 21.09.2026

Was ist ein Ankertext?

Ein Ankertext, im Englischen Anchor Text, ist der sichtbare, klickbare Text eines Links. Meist ist er farblich abgesetzt oder unterstrichen und hebt sich so vom übrigen Text ab. Für Nutzer zeigt der Ankertext so, was sich hinter dem Link verbirgt. Noch bevor man draufklickt, erfährt man, was einen auf der Zielseite erwartet. Auch für Suchmaschinen erfüllt er eine ähnliche Aufgabe. Google und andere Crawler werten Ankertexte aus, um den Inhalt der verlinkten Seite besser einzuordnen. So schätzen sie auch die Relevanz für bestimmte Suchanfragen ein.

Technisch steckt der Ankertext im HTML-Code zwischen dem öffnenden und schließenden <a>-Tag. Das eigentliche Linkziel steht separat im href-Attribut. Zum Beispiel:

<a href="https://www.exportarts.io/seo-agentur/">SEO Agentur</a>

„SEO Agentur" ist hier der Ankertext. Er ist sichtbar und anklickbar. Die URL im href-Attribut bleibt für Nutzer unsichtbar, Suchmaschinen lesen sie trotzdem mit.

Arten von Ankertexten

Wie ein Ankertext aussieht, kann sich in der Praxis stark unterscheiden. Wichtig ist vor allem, dass klar wird, was beim Klick passiert. Manchmal reicht ein einzelnes Wort, manchmal braucht es eine natürlichere Formulierung. Wer die gängigen Typen kennt, kann Anker­texte gezielter einsetzen, sowohl bei der eigenen internen Verlinkung als auch beim Link­aufbau. Man unter­scheidet üblicher­weise zwischen folgenden Typen:

  • Exact Match. Der Ankertext entspricht exakt dem Keyword, für das die Zielseite ranken soll, also z. B. "SEO Agentur".
  • Partial Match: Der Ankertext wird bewusst um ein Keyword herum gebaut. Ein paar zusätzliche Wörter sorgen für mehr Lesbarkeit, das Keyword bleibt aber der eigentliche Grund für die Formulierung, z. B. „Tipps für erfolgreiche SEO Texte".
  • Natürlicher Ankertext: Organisch in den Satz eingebettete Formulierungen, die weder auf ein Keyword noch auf die Marke optimiert sind. Ein Beispiel ist „wie du in KI-Systemen sichtbar wirst", einfach als beschreibender Verweis auf den Inhalt.
  • Branded Anchor: Verlinkt wird über den Markennamen, zum Beispiel „Exportarts".
  • Generischer Ankertext: Neutrale Formulierungen ohne Bezug zum Zielinhalt, etwa „hier klicken" oder „mehr erfahren".
  • Nackte URL. Die reine Webadresse dient als Linktext, zum Beispiel „www.exportarts.io".
  • Bild-Ankertext: Ist ein Bild verlinkt, übernimmt dessen Alt-Text die Funktion des Anchor Textes.

Die Rolle von Ankertexten in der SEO

In der Suchmaschinenoptimierung spielen Verlinkungen eine große Rolle, sowohl als Backlink von einer fremden Domain oder als interne Verlinkung innerhalb der eigenen Website. Bei den zugehörigen Anker­texten geht es dabei um zwei Ebenen gleichzeitig: die Nutzer­führung und das Signal an die Suchmaschine.

Für Google ist der Ankertext seit den Anfängen der Suchmaschine ein Baustein, um zu verstehen, wovon eine verlinkte Seite handelt. Verlinken viele Seiten ein bestimmtes Ziel mit ähnlichem Ankertext, verstärkt das die thematische Zuordnung. Wie stark dieser Effekt heute noch wirkt, wird in der SEO-Branche unterschiedlich eingeschätzt. Eine Analyse von Ahrefs über mehrere hunderttausend Webseiten fand nur schwache statistische Zusammenhänge zwischen Ankertext-Art und Ranking-Position. Ein direkter, isolierter Ranking-Boost allein durch den passenden Ankertext lässt sich daraus also nicht ableiten. Trotzdem bleibt der Ankertext relevant, weil er im Zusammenspiel mit Seiteninhalt, Themenrelevanz und Nutzerverhalten wirkt. Ein unpassender oder irreführender Ankertext kann zudem die Absprungrate erhöhen, wenn Besucher auf der Zielseite etwas anderes vorfinden als erwartet.

Historisch hat sich außerdem gezeigt, wie riskant eine gezielte Manipulation von Ankertexten sein kann. Mit dem Penguin-Update von 2012 ging Google gegen künstlich aufgebaute Backlink-Profile mit auffällig vielen exakten Keyword-Ankertexten vor. Seitdem gilt eine überoptimierte Ankertext-Verteilung als klares Warnsignal für Suchmaschinen.

Ankertext bei interner und externer Verlinkung

Wie streng die Ankertext-Wahl gehandhabt werden sollte, hängt stark davon ab, ob es sich um interne Links oder um Backlinks von fremden Domains handelt. Bei der eigenen internen Verlinkung darf der Ankertext ruhig präzise und keywordstark sein, solange er lesbar bleibt und zur Zielseite passt. Bei Backlinks von fremden Websites zählt dagegen vor allem Natürlichkeit, denn ein zu forciertes Profil fällt schneller negativ auf.

Interne Verlinkung

  • Volle Kontrolle über den eigenen Ankertext
  • Exakte Keyword-Ankertexte sind in der Regel unproblematisch
  • Nutzerführung, Themenrelevanz und eine gezielte Verteilung von Linkkraft auf wichtige Seiten
  • Verschiedene Zielseiten sollten unterschiedliche Ankertexte erhalten
  • Beispiel: „mehr zu unserer SEO-Betreuung" innerhalb eines Blogartikels

Externe Verlinkung (Backlinks)

  • Meist keine Kontrolle über Ankertexte
  • Zu viele exakte Keyword-Ankertexte gelten als Spam-Signal
  • Natürliches, glaubwürdiges Linkprofil aus Sicht der Suchmaschine
  • Vielfalt entsteht meist von selbst, wenn Links organisch entstehen
  • Beispiel: Eine fremde Website verlinkt mit „Tipps einer SEO Agentur" auf einen Blogartikel von Exportarts

Gute Ankertexte: 5 Tipps aus der Praxis

1. Ankertext Variation

Ein durchweg identischer, exakter Keyword-Ankertext über viele Backlinks hinweg wirkt auf Suchmaschinen unnatürlich. Echte, organisch entstandene Links verwenden in der Regel eine bunte Mischung aus Markennamen, nackten URLs, generischen Formulierungen und gelegentlichen Keyword-Bezügen. Eine pauschale Faustregel für die optimale Verteilung gibt es nicht. Sinnvoller ist es, die eigene Verteilung nicht künstlich zu steuern, sondern organische Vielfalt durch echten Mehrwert und seriösen Linkaufbau entstehen zu lassen. Das gilt auch für die interne Verlinkung: Verlinken zwei Textstellen auf verschiedene Unterseiten desselben Themas, sollten sich auch die Ankertexte unterscheiden.

2. Isolierte Lesbarkeit

Lies den Anchor Text ohne den umgebenden Satz und prüfe, ob er auch für sich allein verständlich ist. „Unsere technische SEO-Analyse" funktioniert isoliert, „hier" nicht. Ein Linktext muss dabei kein ganzer Satz sein, wenige, treffende Wörter reichen meist aus. Der Test hat noch einen zweiten Nutzen. Screenreader listen Links auf einer Seite oft isoliert auf, ganz ohne den umgebenden Satz. Ein Ankertext, der auch ohne Kontext funktioniert, macht eine Website damit gleichzeitig barrierefreier.

3. Themenrelevanz vor Keyword-Dichte

Der Ankertext sollte zum tatsächlichen Inhalt der Zielseite passen, nicht nur zum gewünschten Ranking-Keyword. Wer den Linktext auf ein Keyword zuschneidet, das mit dem Seiteninhalt kaum etwas zu tun hat, verwirrt Besucher und Suchmaschinen gleichermaßen. Am Ende zählt, ob die Erwartung, die der Ankertext weckt, auf der Zielseite auch eingelöst wird.

4. Generische Formulierungen sparsam einsetzen

„Hier klicken" oder „mehr erfahren" sind in Ausnahmefällen vertretbar, etwa bei Buttons mit eindeutigem visuellem Kontext. Zur Regel sollten sie aber nicht werden. Google selbst rät in den eigenen Richtlinien von solchen Formulierungen ab, weil sie weder Nutzern noch Suchmaschinen einen Hinweis auf den Zielinhalt geben.

5. Alt-Text bei Bild-Links nicht vergessen

Ist ein Bild verlinkt, übernimmt dessen Alt-Text die Funktion des Ankertexts und verdient dieselbe Sorgfalt. Ein aussagekräftiger Alt-Text hilft doppelt: Er beschreibt das Bild für Screenreader und zeigt Suchmaschinen gleichzeitig, wohin der Link führt.

Tim Selzer

Tim Selzer

Geschäftsführer

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