Die Verweildauer bezeichnet die Zeitspanne zwischen dem ersten Aufruf einer Seite und dem Moment, in dem der Nutzer sie wieder verlässt. Je nach Betrachtungsebene kann die Verweildauer sich auf einzelne Unterseiten, alle URLs einer Domain oder einen Durchschnittswert beziehen. Häufig tauchen in diesem Kontext Begriffe auf, die zwar ähnliches messen, aber nicht identisch sind:
Die Verweildauer von Webseiten wird in der Regel über Web-Analytics-Tools gemessen. Verschiedene Tools können dabei unterschiedliche Berechnungsmethoden anwenden und die Verweildauer auch unterschiedlich benennen. Ein direkter Vergleich zwischen Tools ist daher nur bedingt aussagekräftig.
Das am weitesten verbreitete Tool ist Google Analytics 4 (GA4). Besucht jemand eine Website zum ersten Mal, setzt GA4 einen Cookie im Browser, der eine zufällige ID speichert. Auf Basis dieser ID erfasst GA4 bei jedem Seitenaufruf und jeder Interaktion einen Zeitstempel. Die Differenz zwischen diesen Zeitstempeln ergibt die Verweildauer auf der Website. Die zentrale Metrik in GA4 ist dabei die durchschnittliche Interaktionsdauer. Sie gibt an, wie lange Nutzer im Durchschnitt pro Besuch aktiv mit der Website interagiert haben. Dabei wird nur die Zeit gemessen, in der der Tab aktiv im Vordergrund war, und liefert damit ein genaueres Bild als die klassische Sitzungsdauer.
Eine pauschale Aussage lässt sich nicht treffen. Die durchschnittliche Verweildauer einer Website kann zwischen wenigen Sekunden und mehreren Minuten variieren, abhängig vom Seitentyp, der Branche und dem Ziel der jeweiligen Seite. Auch das Endgerät spielt eine Rolle. Desktop-Nutzer verweilen in der Regel deutlich länger als Mobile-Nutzer.
Statt externe Benchmarks heranzuziehen, ist der interne Vergleich oft aussagekräftiger. Liegt eine Seite dauerhaft unter dem Durchschnitt vergleichbarer Unterseiten, lohnt sich eine gezielte Analyse. Zudem ist eine hohe Verweildauer nicht per se gut. Der Wert muss immer im Kontext des Seitenziels bewertet werden. Ein Blogartikel darf lang sein. Eine Kontaktseite, auf der Nutzer lange bleiben, deutet hingegen eher darauf hin, dass sie die gesuchte Information nicht schnell finden. Als grobe Orientierung gelten folgende Richtwerte:
Bei der Interpretation der Verweildauer sollten immer auch verwandte Kennzahlen hinzugezogen werden. Eine Seite kann eine hohe Verweildauer haben, weil Nutzer den Inhalt intensiv konsumieren – oder aber weil sie sich nicht zurechtfinden. Eine niedrige Verweildauer kann bedeuten, dass Nutzer schnell abspringen, aber auch, dass sie sofort gefunden haben, was sie gesucht haben. Erst in Kombination mit weiteren Metriken lassen sich sinnvolle Rückschlüsse auf Content-Qualität, Nutzerführung und technische Performance ziehen. Dazu gehören zum Beispiel:
Ob die Verweildauer ein Rankingfaktor ist, gehört zu den meistdiskutierten Fragen in der Suchmaschinenoptimierung. Google hat die Verweildauer nie als direkten Rankingfaktor bestätigt. Bekannt ist jedoch, dass Google Klick- und Verhaltensdaten in die Ranking-Bewertung einbezieht, wovon die Verweildauer Teil dieses größeren Signals sein dürfte. Die entscheidende Frage ist dabei nicht, wie lange ein Nutzer auf einer Seite bleibt, sondern ob er nach dem Besuch zur Suchergebnisseite zurückkehrt oder auf der Website bleibt und weiternavigiert. Kehrt ein Nutzer kurz nach dem Klick auf ein Suchergebnis direkt zur SERP zurück, wertet Google das als Hinweis, dass die Seite die Suchintention nicht erfüllt hat.
Wenn die Analyse zeigt, dass die Verweildauer gezielt verbessert werden soll, funktioniert das nicht durch eine einzelne Maßnahme, sondern durch das Zusammenspiel aus Inhalt, Struktur und Technik. Dazu gehören zum Beispiel:
Alles in allem ist eine gute User Experience der entscheidende Faktor, um Besucher auf der Website zu halten und im nächsten Schritt Conversions zu erzielen. Wer Ladezeiten, Struktur und Inhalte konsequent am Nutzer ausrichtet, wird eine steigende Verweildauer als natürliches Ergebnis beobachten.
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Tim Selzer
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