Quality Score verbessern: Die 5 Hebel, die wirklich wirken
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Wer Google Ads schaltet, denkt zuerst an Gebote, Budgets und Zielgruppen. Der Quality Score bekommt dabei oft zu wenig Aufmerksamkeit. Dabei zeigt er dir, wie Google die Qualität deiner Anzeige einschätzt. Zwar fließt er nicht direkt in die Auktion ein, seine Komponenten beeinflussen aber Ad Rank und Klickpreis. Weil dieser Zusammenhang vielen nicht klar ist, drehen Werbetreibende oft monatelang an den falschen Stellschrauben. Hier erfährst du, was die Anzeigenqualität wirklich beeinflusst und wie du deinen Google Ads Qualitätsfaktor verbessern kannst.

Was ist der Quality Score für Google Ads?
Der Quality Score, oder auf Deutsch Qualitätsfaktor, ist ein Diagnosetool in Google Ads, das die Qualität deiner Anzeige im Vergleich zu anderen Werbetreibenden misst. Auf einer Skala von 1 bis 10 (je höher desto besser) bewertet Google auf Keyword-Ebene, wie relevant deine Anzeige für die Suchenden ist. Google vergleicht dafür deine Anzeigen mit denen anderer Werbetreibender, die in den letzten 90 Tagen auf dasselbe Keyword ausgeliefert wurden. Der Quality Score basiert also auf den Impressionen, bei denen genau nach diesem Keyword gesucht wurde. Gibt es nicht genug Daten, zeigt Google statt einer Zahl einen Strich.
Zwar wird der Qualitätsfaktor nicht in der Anzeigenauktion berücksichtigt, ist aber trotzdem relevant, um herauszufinden, wo Optimierungsbedarf besteht. Dabei ist die Zahl von 1 bis 10 eine vereinfachte Darstellung dessen, wie Google die Qualität deiner Anzeige einschätzt. In der echten Auktion bewertet Google diese Qualität viel präziser, nämlich kontextabhängig, pro Suchanfrage und in Echtzeit. Der sichtbare Quality Score spiegelt diese Signale wider, ist aber nicht exakt die Zahl, die in die Auktion einfließt. Dennoch gilt: Wer seinen Score verbessert, verbessert die Qualitätssignale dahinter. Und die haben wiederum Einfluss auf zwei entscheidende Kennzahlen.
- Ad Rank: Berechnet sich aus deinem maximalen Gebot und der Anzeigenqualität.
- CPC: Wird von der Anzeigenqualität beeinflusst.
Ein Praxisbeispiel zeigt, wie stark diese Beeinflussung sein kann: Laut einer Praxisanalyse, in der reale Google Ads Konten ausgewertet wurden, kosten Keywords mit einem Score von 1 bis 3 bis zu 400 % mehr als vergleichbare Keywords mit Quality Score 5. Ein Quality Score von 10 kann den CPC um bis zu 50 % senken. Als Baseline dient dabei der Quality Score 5, weil das der durchschnittliche Score der meisten Konten ist. Die Zahlen dabei stammen nicht von Google selbst, sondern aus der Auswertung echter Kontodaten. Google veröffentlicht keine offiziellen CPC-Richtwerte je Score-Stufe, weshalb solche Praxisanalysen die einzige Möglichkeit sind, den Zusammenhang zu quantifizieren.
Wie der Score berechnet wird
Der sichtbare Qualitätsfaktor wird aus drei Hauptkomponenten in unterschiedlicher Gewichtung berechnet. Google vergleicht dabei deine Performance mit anderen Werbetreibenden, deren Anzeigen in den letzten 90 Tagen für dasselbe Keyword ausgespielt wurden. Jeder Komponente wird dabei als „überdurchschnittlich“, „durchschnittlich“ oder „unterdurchschnittlich“ bewertet. Die drei Komponenten sind die Expected CTR, die Landing Page Experience und die Ad Relevance. Wie stark jede Komponente in den Gesamtwert eingeht, legt Google nicht offen.
| Komponente | Beschreibung |
|---|---|
Expected CTR | Wie wahrscheinlich ist ein Klick auf deine Anzeige? |
Landing Page Experience | Wie relevant und nützlich ist deine Zielseite für den Nutzer |
Ad Relevance | Wie gut stimmt dein Anzeigentext mit dem gebuchten Keyword überein? |
Expected CTR – Voraussichtliche Klickrate
Die voraussichtliche Klickrate ist eine Prognose von Google, die angibt, wie wahrscheinlich es ist, dass jemand auf deine Anzeige klickt, nachdem er ein bestimmtes Keyword eingegeben hat. Wie genau Google diesen Wert berechnet, ist nicht öffentlich. aut Google bleiben Anzeigenposition und Erweiterungen dabei außen vor. Aus der Praxis und Expertenanalysen lassen sich aber folgende Einflussfaktoren ableiten:
- Historische CTR des Keywords: Bisherige Performance dieses Keywords in deiner Anzeigengruppe.
- Anzeigentext und CTAs: Attraktivität deiner Headlines, klare Call-to-Actions (CTAs) und psychologische Trigger.
Landing Page Experience – Nutzererfahrung
Nicht nur die Anzeige selbst wird bewertet, sondern auch das, was danach passiert. Für den Qualitätsfaktor analysiert Google, wie relevant und nützlich die Zielseite für den Nutzer ist, nachdem er geklickt hat. Zu den Einflussfaktoren der Nutzererfahrung auf der Landingpage gehören:
- Inhaltliche Relevanz: Die Seite beantwortet die Suchanfrage und hält das Versprechen der Anzeige.
- Ladegeschwindigkeit: Aufbauzeit der wichtigsten Inhalte, besonders im mobilen Datennetz.
- Mobile Optimierung: Fehlerfreie Darstellung und Bedienung auf Smartphones.
- Nutzerverhalten: Absprünge wie Rückkehr per Zurück-Button direkt nach dem Klick als Signal für eine schlechte Seitenerfahrung.
- Transparenz & Vertrauenswürdigkeit: Vorhandensein und leichte Erreichbarkeit von Impressum, Datenschutzerklärung, klaren Kontaktmöglichkeiten und SSL-Verschlüsselung (HTTPS).
Ad Relevance – Anzeigenrelevanz
Wie relevant Google deine Anzeige für ein bestimmtes Keyword einschätzt, hängt von der sprachlichen und inhaltlichen Übereinstimmung zwischen Keyword und Anzeigentext ab. Im Vergleich zu den anderen beiden Komponenten ist sie meist der einfachste Hebel. Wir empfehlen diese Maßnahmen:
- Keyword in den Headlines: Vorkommen des exakten Keywords oder enger Variationen in den ersten drei Überschriften der Responsive Search Ad.
- Granularität der Anzeigengruppe: Thematische Fokussierung des Keyword-Clusters innerhalb einer Anzeigengruppe.
- Keyword-Präsenz in den Beschreibungen: Einbindung des Keywords im Fließtext der Anzeige.
- Keyword im URL-Pfad: Nutzung des Keywords in den optionalen Pfadfeldern hinter der Domain.


Direkter Vergleich des Quality Scores in Google Ads mit den drei Einflussfaktoren.
5 Hebel, die deinen Google Ads Qualitätsfaktor verbessern
Wissen, wie der Qualitätsfaktor berechnet wird, ist der erste Schritt. Der zweite ist, gezielt an den richtigen Stellen anzusetzen. Da Google die genaue Berechnung nicht öffentlich macht, gibt es keine Garantie auf bestimmte Ergebnisse. Die folgenden fünf Hebel sind jedoch unsere Praxisempfehlungen aus der Erfahrung unserer täglichen SEA-Arbeit. Die weiteren Einflussfaktoren, die wir oben beschrieben haben, können je nach Konto ebenfalls wirkungsvoll sein. Es lohnt sich also, auch dort hinzuschauen.
1. CTR-Historie gezielt managen
Google merkt sich, wie oft Nutzer bei einem bestimmten Keyword auf deine Anzeige geklickt haben. Eine dauerhaft niedrige Klickrate bei einem Keyword bleibt im System und zieht den Score nach unten.
Prüfe regelmäßig, welche Keywords unterdurchschnittliche CTR-Werte haben. Setze genau dort an und optimiere den Anzeigentext gezielt. Ein niedriger Quality Score allein ist kein Grund, ein Keyword zu pausieren. Wenn es trotzdem Conversions liefert, sollte man zunächst den Anzeigentext optimieren, bevor man es aus dem Konto nimmt. Teste am besten mehrere Varianten gegeneinander und pausiere dann die schwachen Anzeigen. Google betrachtet für den Qualitätsfaktor die letzten 90 Tage. Ältere Daten fallen damit aus dem Vergleich heraus, und eine schwache Historie verliert so mit der Zeit an Gewicht.
2. Inhaltliche Übereinstimmung gewährleisten
Google empfiehlt, die Botschaft von der Anzeige bis zur Landingpage konsistent zu halten. Wer auf eine Anzeige für "SEA Agentur Kassel" klickt, sollte auf einer Seite landen, die genau das liefert. Konkret heißt das: Das Keyword aus der Suchanfrage sollte in der H1 und im Text der Seite auftauchen, auf die die Anzeige läuft. Entscheidend ist, dass Inhalt und Angebot zur Suchanfrage passen. Prüfe für deine Ads:
- Steht das beworbene Keyword in der H1 der Zielseite?
- Passt das beworbene Angebot zur Überschrift der Zielseite?
- Passt der Seitentext inhaltlich zur Anzeige?
- Ist das Angebot auf der Seite sofort erkennbar?
- Gibt es einen klaren nächsten Schritt für den Nutzer?
Ein häufiger Fehler ist, alle Anzeigen einer Kampagne auf die Startseite zu leiten. Die ist meist zu allgemein und greift das spezifische Keyword nicht auf. Je spezifischer die Zielseite auf das Keyword zugeschnitten ist, desto besser. Das gilt auch für die Keywords selbst. Wer sie zu breit ansetzt, tut sich schwerer, eine passende Seite zu finden oder zu bauen. Je konkreter das Keyword, desto einfacher ist es, auf der Landingpage zu liefern, was die Anzeige verspricht.
3. Anzeigen-Headlines optimieren
Bei Responsive Search Ads hast du die Chance, bis zu 15 verschiedene Headlines und bis zu 4 Beschreibungen zu hinterlegen. Nutze sie. Google testet automatisch verschiedene Kombinationen und lernt, welche bei welcher Suchanfrage am besten performen. Damit sich deine Anzeigenrelevanz und damit auch dein Qualitätsfaktor verbessert, solltest du das exakte Keyword oder sehr enge Variationen in den ersten drei Überschriften verwenden. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass es in der ausgespielten Kombination vorkommt. Das Keyword in den Beschreibungen einzubauen unterstützt zusätzlich.
4. Saubere Technik sicherstellen
Eine langsame Seite schadet nicht nur deinen Conversions, sondern auch deinem Quality Score. Google bewertet die Nutzererfahrung auf der Landingpage als eine der Komponenten. Was zu lange lädt oder auf dem Smartphone nicht funktioniert, signalisiert eine schlechte Erfahrung, unabhängig davon wie gut Anzeige und Keyword zusammenpassen.
Eine der wichtigsten Messgrößen dafür ist der Largest Contentful Paint (LCP). Er misst, wie lange es dauert bis das größte sichtbare Element einer Seite geladen ist, also zum Beispiel ein Bild oder eine Hauptüberschrift. Google empfiehlt einen LCP unter 2,5 Sekunden, besonders im mobilen Datennetz. Außerdem spielt Responsiveness eine wichtige Rolle: Verschobene Layouts, zu kleine Schriftgrößen und nicht klickbare Buttons auf dem Smartphone sind häufige Fehler, die still und leise den Score drücken. Messen kannst du das übrigens kostenlos mit Google PageSpeed Insights und den Core Web Vitals in der Search Console.
5. Assets und Erweiterungen nutzen
Assets werden oft als optionales Extra behandelt. Dabei erfüllen sie zwei Funktionen gleichzeitig. Sie vergrößern die sichtbare Fläche deiner Anzeige in den Suchergebnissen. Außerdem berücksichtigt Google ihre voraussichtliche Auswirkung bei der Berechnung des Anzeigenrangs. Die erwartete Klickrate bereinigt Google dagegen um den Einfluss von Assets. Sie wirken also vor allem auf Sichtbarkeit und Anzeigenrang und nicht direkt auf den Qualitätsfaktor.
- Nutze Sitelinks, um unterhalb der Hauptanzeige direkt auf relevante Unterseiten zu verlinken, zum Beispiel auf einzelne Leistungen, eine Kontaktseite oder Referenzen. So findet der Nutzer schneller, was er sucht.
- Setze Callouts ein, um kurze Vorteile und USPs hervorzuheben, ohne Klickfläche zu beanspruchen. Zum Beispiel Reaktionszeiten, Zertifizierungen oder besondere Serviceleistungen.
- Verwende strukturierte Snippets, um konkrete Leistungen oder Kategorien unter einem vordefinierten Header aufzulisten, zum Beispiel unter "Dienstleistungen" oder "Marken". So sieht der Nutzer auf einen Blick, womit du dich beschäftigst.
Was du nicht kontrollieren kannst
Zunächst einmal, gibt es keine Garantie. Google macht die genaue Berechnung des Qualitätsfaktors nicht öffentlich. Manchmal muss man mehrfach optimieren und testen, bis etwas wirklich greift. Hinzu kommt, dass nicht alles, was den Quality Score beeinflusst, in deiner Hand liegt.
Kontextfaktoren wie Standort des Nutzers, genutztes Gerät oder Tageszeit fließen zwar in die Echtzeit-Auktion ein, aber nicht in den sichtbaren Qualitätsfaktor. Der Score bleibt so über Suchen hinweg vergleichbar. Auch der Wettbewerb spielt eine Rolle. Wenn Mitbewerber ihre Anzeigen und Landingpages massiv verbessern, kann dein Score sinken, obwohl du selbst nichts verändert hast. Der Qualitätsfaktor ist immer ein relativer Wert im Vergleich zu anderen Werbetreibenden. Zudem hat Google bei Keywords mit wenig Impressionen schlicht nicht genug Daten für eine verlässliche Bewertung. In solchen Fällen zeigt Google einen Strich statt einer Zahl. Kein schlechtes Zeichen, sondern fehlende Datenbasis.
Energie in diese Faktoren zu stecken lohnt sich nicht. Konzentriere dich auf das, was du beeinflussen kannst. Und letztlich gilt: Solange deine Anzeigen Conversions bringen, erfüllen sie ihren Zweck.
Qualitätsfaktor anzeigen: So misst du deinen Fortschritt
Der Qualitätsfaktor ist nicht standardmäßig im Google Ads Konto sichtbar. Du musst ihn als Spalte manuell einblenden. Geh auf "Kampagnen", dann auf "Zielgruppen, Keywords und Inhalte" und wechsle zum Tab "Keywords". Dort kannst du über den Spalten-Button den Qualitätsfaktor und seine Komponenten einblenden. Wir empfehlen, auch die historischen Verlaufsdaten zu aktivieren, um zu sehen wie sich Optimierungen über Zeit auswirken. Prüfe den Score regelmäßig, besonders nach Optimierungen an Anzeigentexten oder der Landingpage. Und vergiss dabei nicht das Wichtigste: die Conversions. Der Qualitätsfaktor ist ein Indikator, keine Erfolgsgröße.
Wenn du mit einer Google Ads Agentur wie Exportarts zusammenarbeitest, musst du dich darum in der Regel nicht selbst kümmern. Das Monitoring inklusive Qualitätsfaktor gehört dort zum laufenden Prozess. Denn eines bleibt am Ende immer wahr: Qualität zahlt sich aus.




