Die Conversion-Rate, auf Deutsch Konversionsrate, misst, wie viele Menschen nach dem Besuch einer Website oder dem Klick auf eine Anzeige tatsächlich das tun, was sie tun sollen. Diese gewünschte Handlung heißt Conversion. Das kann ein Kauf sein, eine Kontaktanfrage, ein Newsletter-Abo, ein Download oder eine Terminbuchung.
Die Kennzahl ist eine der wichtigsten im Online-Marketing, weil sie Traffic und Ergebnis verbindet. Mehr Besucher bringen wenig, wenn kaum jemand konvertiert. Umgekehrt kann eine höhere Conversion-Rate den Umsatz steigern, ohne dass ein Euro mehr in Werbung fließt.
Conversion-Rate = Conversions ÷ Besucher (bzw. Klicks oder Sitzungen) × 100
Hat deine Landingpage in einem Monat 3.000 Sitzungen und 60 Anfragen, liegt die Conversion-Rate bei 2 %. Wichtig ist die Bezugsgröße. Google Ads rechnet pro Klick bzw. Interaktion, Google Analytics 4 wahlweise pro Sitzung oder pro Nutzer. Dieselbe Kampagne kann deshalb in beiden Tools unterschiedliche Werte zeigen. Vergleiche immer nur Raten mit derselben Basis.
Makro-Conversions sind die eigentlichen Ziele, also Kauf oder qualifizierte Anfrage. Mikro-Conversions sind Zwischenschritte wie ein Klick auf die Telefonnummer, ein Produkt im Warenkorb oder ein PDF-Download. Sie helfen bei der Analyse, wo Nutzer abspringen, sollten aber nicht mit echten Abschlüssen vermischt werden.
Besonders aufschlussreich wird die Kennzahl, wenn du sie für jeden Schritt einzeln berechnest. Im Onlineshop etwa: Wie viele Besucher einer Produktseite legen etwas in den Warenkorb, wie viele davon starten den Checkout, wie viele schließen ihn ab? Bricht die Rate an einer Stelle deutlich ein, weißt du, wo du ansetzen musst, zum Beispiel bei unerwarteten Versandkosten im Checkout oder fehlenden Zahlungsarten.
Eine allgemeingültige gute Conversion-Rate gibt es nicht. Sie hängt stark von Branche, Preis, Zielgruppe und der Art der Conversion ab. Ein Newsletter-Abo erfordert weniger Überzeugung als der Kauf einer Maschine für 50.000 €. Aussagekräftiger als Branchenvergleiche ist der Blick auf die eigene Entwicklung: Steigt oder fällt die Rate über die Zeit, und wie unterscheiden sich Kanäle, Geräte und Landingpages? Typisch ist zum Beispiel, dass Besucher aus Suchanzeigen deutlich häufiger konvertieren als Besucher aus Social Ads, weil sie bereits aktiv nach einer Lösung gesucht haben. Das ist kein Fehler, sondern der Unterschied zwischen Nachfrage abholen und Nachfrage wecken.
Ein Beispiel: Ein Hotel stellt fest, dass mobile Besucher deutlich seltener buchen als Desktop-Nutzer. Die Analyse zeigt, dass die Buchungsmaske auf dem Smartphone erst nach langem Scrollen erscheint. Nachdem der Buchungsbutton dauerhaft sichtbar ist, steigt die mobile Conversion-Rate, ohne dass sich am Werbebudget etwas ändert. Solche Verbesserungen systematisch anzugehen, ist Aufgabe der Conversion-Optimierung.
In bezahlten Kampagnen bestimmt die Conversion-Rate direkt, was ein Ergebnis kostet. Bei einem Klickpreis von 1,50 € und einer Conversion-Rate von 3 % kostet eine Conversion 50 €. Steigt die Rate auf 4 %, sind es nur noch 37,50 €, bei gleichem Budget und gleichen Klicks. Eine bessere Website wirkt also wie ein Rabatt auf jede Anzeige.
Hinzu kommt ein zweiter Effekt: Automatische Gebotsstrategien bei Google und Meta lernen aus Conversions. Je mehr Besucher konvertieren, desto mehr Daten bekommt der Algorithmus und desto treffsicherer findet er weitere passende Nutzer. Eine niedrige Conversion-Rate bremst deshalb nicht nur das Ergebnis, sondern auch das Lernen der Kampagne.
FAQ

Tim Selzer
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