Lexikon / Customer Acquisition Cost (CAC) /
Letzte Aktualisierung: 21.10.2026
Customer Acquisition Cost, auf Deutsch Kundenakquisitionskosten, beziffern, was es kostet, einen neuen Kunden zu gewinnen. Anders als der Cost per Acquisition (CPA), der sich meist auf eine einzelne Kampagne oder Conversion bezieht, betrachtet der CAC das große Ganze: alle Ausgaben für Marketing und Vertrieb im Verhältnis zu den tatsächlich gewonnenen Neukunden.
Der CAC ist vor allem für Geschäftsmodelle wichtig, bei denen Kunden über längere Zeit Umsatz bringen, etwa Abonnements, Software, Agenturdienstleistungen oder Onlineshops mit vielen Wiederkäufern. Hier entscheidet nicht der erste Kauf über die Wirtschaftlichkeit, sondern das Verhältnis zwischen Gewinnungskosten und dem gesamten Wert eines Kunden.
CAC = Marketing- und Vertriebskosten ÷ Anzahl gewonnener Neukunden
Gibt ein Unternehmen in einem Quartal 30.000 € für Werbung, Agentur, Tools und Vertriebspersonal aus und gewinnt 60 neue Kunden, liegt der CAC bei 500 €. Wichtig ist, nur echte Neukunden zu zählen. Wiederkäufe von Bestandskunden gehören nicht in die Rechnung, sonst wirkt der Wert besser, als er ist. Ebenso wichtig ist ein einheitlicher Zeitraum für Kosten und Kunden, damit Monate mit hohen Ausgaben, etwa für eine Messe, das Bild nicht verzerren.
In der Praxis wird zwischen einem engen CAC, der nur Werbekosten berücksichtigt, und einem vollständigen CAC mit allen Kosten unterschieden. Für Kampagnenentscheidungen reicht oft der enge Wert, für die Unternehmensplanung braucht es den vollständigen.
Im B2B mit langen Verkaufszyklen ist zusätzlich der Zeitversatz wichtig. Ein Kunde, der im März zum ersten Mal auf eine Anzeige klickt, unterschreibt vielleicht erst im Herbst. Werden Kosten und Neukunden desselben Monats gegenübergestellt, ist der CAC verzerrt. Sinnvoller ist es, Kosten und Abschlüsse über einen längeren Zeitraum oder nach Akquisitionsmonat, also in Kohorten, auszuwerten.
Der CAC verbindet Marketing mit der Unternehmensplanung. Er beantwortet die Frage, wie teuer Wachstum tatsächlich ist, und macht verschiedene Wege der Kundengewinnung vergleichbar: Werbung, Messen, Vertrieb, Empfehlungen oder Kooperationen. Steigt der CAC über die Zeit, ist das ein frühes Warnsignal, etwa weil Werbeplattformen teurer werden, Zielgruppen gesättigt sind oder die Website schlechter konvertiert.
Im Performance Marketing hilft der CAC außerdem, Plattformzahlen richtig einzuordnen. Google und Meta melden Conversions, unterscheiden aber nicht automatisch zwischen neuen und bestehenden Kunden. Erst der Abgleich mit Shop oder CRM zeigt, wie viele echte Neukunden die Werbung bringt. Beide Plattformen bieten deshalb Einstellungen, mit denen Kampagnen gezielt Neukunden bevorzugen, sofern Bestandskunden etwa über eine Kundenliste erkennbar sind.
Allein sagt der CAC wenig aus. Ob 500 € pro Neukunde viel oder wenig sind, zeigt erst der Vergleich mit dem Customer Lifetime Value (CLV), also dem Deckungsbeitrag, den ein Kunde über die gesamte Geschäftsbeziehung erwirtschaftet. Liegt der CLV deutlich über dem CAC, lohnt sich Wachstum. Liegt er darunter, verliert das Unternehmen mit jedem neuen Kunden Geld.
Eine zweite wichtige Größe ist die Amortisationszeit: Wie viele Monate dauert es, bis ein neuer Kunde seine Gewinnungskosten über den Deckungsbeitrag wieder eingespielt hat? Je kürzer dieser Zeitraum, desto schneller kann ein Unternehmen das Geld erneut in Wachstum investieren.
Ein Beispiel: Ein Onlineshop für Tierfutter gewinnt Neukunden für durchschnittlich 40 €. Die erste Bestellung bringt nur 15 € Deckungsbeitrag, die Kampagne wirkt also unrentabel. Ein Blick in die Daten zeigt aber, dass Kunden im Schnitt zehnmal im Jahr nachbestellen. Über zwölf Monate erwirtschaftet ein Neukunde damit ein Vielfaches seiner Gewinnungskosten. Statt das Budget zu kürzen, investiert der Shop gezielt mehr in Neukunden und richtet seine Kampagnen auf Erstkäufer aus. Damit die Rechnung aufgeht, beobachtet er zusätzlich, ob neu gewonnene Kunden tatsächlich so häufig nachbestellen wie die bisherigen.
Wie wir Kampagnen auf echte Neukunden statt auf Wiederkäufer ausrichten, zeigt unsere Seite zum Performance Marketing. Den Zusammenhang zwischen Werbekosten und Umsatz beschreibt der Return on Ad Spend (ROAS).
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Tim Selzer
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